Sipgate-Fax für Linux

Schon vor einer ganzen Weile stand ich vor dem Problem, von meinem Linux-Rechner aus ein Fax über Sipgate verschicken zu wollen.

Update (Okt. 2016):

Damit sipgatefax auch auf Ubuntu 16.10 rund läuft, habe ich ein paar kleine Änderungen vorgenommen. Damit ist es jetzt sinnvoller, die neue .deb-Datei herunterzuladen und von Hand zu installieren:

wget http://anselm.hoffmeister.be/debian/pool/s/sipgatefax.deb
sudo dpkg -i sipgatefax.deb

Danach Benutzerdaten in /etc/sipgatefax.conf eintragen:

sudo nano /etc/sipgatefax.conf

Dabei darauf achten, dass die Benutzerdaten URL-kodiert geschrieben werden müssen. Ersetze @ durch %40 et cetera.

Und den Drucker auf gewohnte Weise installieren. Falls eine Meldung „insecure“ kommt, vielleicht noch

sudo chown root:root /usr/lib/cups/backend/sipgatefax

absetzen… Dann könnte alles laufen. Bei mir tut es das jedenfalls.

(Hinweis: Ich arbeite nicht für Sipgate, bin da nur Kunde – ob die wissen, dass es diese Lösung gibt, ist mir nicht bekannt).

Natürlich kann man sein Writer-Dokument in eine PDF-Datei drucken und diese über die Sipgate-Webschnittstelle hochladen – ein virtueller Drucker schien mir aber schicker. Daraufhin habe ich ein paar Skript-Dateien zusammengestöpselt, die sich in den CUPS-Druckdienst einhängen und den Druck aus normalen Desktop-Programmen heraus direkt auf den virtuellen Faxdrucker erlauben.

Kurz und einfach: Ubuntu-Paket herunterladen, installieren, Sipgate-Kundendaten eintippen, benutzen. Die alten Texte, die ich vor Jahren zu diesem Projekt verfasst hatte, folgen gleich hier:


Worum geht es?

Seit längerem bietet Sipgate eine Windows-Software an, die es erlaubt, Faxe über einen virtuellen Drucker zu verschicken. Dabei wird ein Sipgate-Account genutzt, sodass man keine ISDN-Karte oder ähnliches benötigt.

Für Linux war mir keine Lösung bekannt, also habe ich schnell etwas geskriptet, was gerade diese Aufgabe löst.

Das ganze habe ich zusammengepackt und als Ubuntu- (und Debian-) Paket bereitgestellt.

Wie installiert man sipgatefax auf einem Ubuntu-Rechner?

Hier gibt es zwei Vorgehensweisen. Entweder lädt man sich die .deb-Datei herunter und installiert sie direkt (dpkg -i dateiname.deb) oder man nutzt die Paketverwaltung, was auch eventuelle Updates automatisch einspielen wird. Im ersten Fall findet man die .deb-Datei unter http://anselm.hoffmeister.be/debian/pool/s/sipgatefax-1.2.deb.

Zum Benutzen der Paketquelle startet man die Paketverwaltung synaptic und fügt folgende Quelle hinzu (geht auch von Hand in der Datei /etc/apt/sources.list):
deb http://anselm.hoffmeister.be/debian testing contrib
Danach kann man die Paketquellen neu laden lassen und sollte in seiner Liste ein Paket sipgatefax finden. Eventuelle Abhängigkeiten werden automatisch beachtet, das macht die Verwendung viel einfacher als eine manuelle Installation.

Was fehlt noch?

Danach editiert man die Datei /etc/sipgatefax.conf, in der die Anmelde-Daten für das Sipgate-Webinterface abgelegt werden müssen.

Schließlich ruft man die Druckerverwaltung auf und legt einen neuen Drucker an. Hier sollte schon automatisch der Druckertyp „Sipgate Fax“ angeboten werden. Als Treiber verwendet man den des „Herstellers“ Sipgate (da sollte es nur einen geben). Diesem Drucker kann man noch einen Namen verpassen.

Wie verschickt man ein Fax?

Wenn der gerade lokal angemeldete Benutzer einen Druckjob auf den Sipgate-Fax-Drucker schickt, wird dieser nach einer plausiblen Faxnummer durchsucht. Im Anschreiben sollte etwas wie „Fax: 0123456789“ stehen, damit diese automatische Suche funktioniert. Wird nichts passendes gefunden, ist das aber auch nicht schlimm: Unabhängig davon wird nach der Ziel-Fax-Nummer gefragt. Wenn schon eine identifiziert wurde, ist diese als Vorschlag eingetragen, sonst eben nicht.

Dabei sind in der Fax-Nummer nur Ziffern und einzelne Leerzeichen zulässig, sonst funktioniert diese automatische Erkennung nicht.

Das funktioniert aber nur, wenn der druckende Benutzer gerade eine X-Sitzung offen hat. Auch dann kann es in bestimmten Konfigurationen haken. Es empfiehlt sich, bei den ersten verschickten Faxen im Sipgate-Webinterface nachzuschauen, ob sie korrekt abgesetzt wurden.

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